Einsatzmöglichkeiten der digitalen Schultasche
Die Programmpakete sind ausschließlich mit Programmen ausgerüstet, die frei zugänglich sind. In vielen Fällen handelt es sich um sogenannte „open source“-Produkte, gelegentlich auch um freeware. Letzteres sind Programme, die von Herstellern meist zu Werbezwecken kostenlos (deswegen free) abgegeben werden, sie besitzen meist nicht alle Funktionen der nicht frei erhältlichen Vollversionen dieser Programme und sollen zum Kauf der- selben animieren. Unter „open source“-Programmen fasst man diejenige Software zusammen, deren Programmie-rungscode öffentlich einsehbar und damit änderbar ist, so dass jeder Programmierer weltweit an der Erstellung und Verbesserung dieser Programme mitarbeiten kann. Das bekannteste open source- Paket ist „open office“, das die gängigsten Büroanwendungen wie Textverarbeitungs-, Tabellen- kalkulations-, Präsentations-, Internetbrowser- und Grafikprogramme enthält. Die bei diesen Programmen noch vor einigen Jahren auftretenden Anfangsschwierigkeiten sind behoben und die Bedienung wurde den bekannten kommerziellen Produkten angepasst.
Neben „open office“ enthalten die Pakete weitere Programme, die der Bild- und Videobearbeitung, der Organisation, wie z.B. ein Programm zur Erstellung von mindmaps, der Nutzung von pdf- Dateien, der Erstellung automatisierter Tests („hot potatoes“) oder der Vokabelpflege dienen. Programme, die nicht genutzt werden sollen, können leicht entfernt werden. Mit wenig Aufwand lassen sich weitere Programme ergänzen, sofern sie auf einem stick lauffähig sind (sogenannte „portable software“).

Der Einsatz ist an den Stellen sinnvoll, an denen die Schüler selbsttätig Informationen verarbeiten und bearbeiten sollen, also in Phasen der Gruppen-, Partner-, Stillarbeit und Arbeiten zu Hause. In Kombination mit einem Intranet oder einer Schulplattform wie moodle oder lo-net kann der Datenaustausch zwischen Lehrer und Schülern leicht organisiert werden.
Einsatzbeispiele
Einige Beispiele sollen den Einsatz verdeutlichen:
Ein Computerraum mit 10 Computerarbeitsplätzen wird von Gruppen zu je drei Schülern genutzt. Aufgabe ist ein es ein Gedicht, das in einer Sprachdatei vorgetragen wird und auch als Text vorliegt, mit einem Zeitungsartikel der gleichen Zeitepoche zu vergleichen. Hierzu sollen die Schüler eine mindmap vervollständigen, die bereits Kategorien enthält, die in vorigen Unterrichtsstunden erarbeitet wurden. Die mindmaps sollen in der nächsten Stunde im Klassenraum über einen Beamer vorgestellt werden. (Mittelstufe)
Die Schüler sollen am Wochenende im Wald Früchte sammeln. Die digitale Schultasche beinhaltet ein kleines Programm mit Bildern von Früchten und Pflanzen, die aufgrund der Erfahrungen im Wald einander und einem Sämlingstyp zugeordnet werden sollen. Die Zuordnung wird wieder auf dem stick gespeichert und im Unterricht besprochen. (Primarstufe)
Im Chemie- oder Physikunterricht werden in Schülergruppen arbeitsteilig Experimente durchgeführt. Die Messergebnisse werden mit einem Tabellenkalkulationsprogramm erfasst. Einige Gruppen recherchieren im Internet alltägliche Einsatzgebiete zu den Versuchen, Bilder, Grafiken und links hierzu werden auf dem stick gespeichert. Andere Gruppen fotografieren Versuchsaufbau und -ergebnisse und Übertragen die Bilder auf ihren stick. Als Hausaufgabe soll ein Versuchsprotokoll mit Deutung und Darstellung der Anwendungsgebiete erstellt werden; Formeln und Gleichungen hierzu werden mit eingeführten Programmen auf dem stick erstellt, Fotos mit eingeführten Fotoprogrammen der digitalen Schultasche bearbeitet. In der nächsten Stunde sollen einige Gruppen ihre Ergebnisse vorstellen. (Oberstufe)
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