Web 2.0 Wiki ∴
Web 2.0 Einführung
Der Begriff des
Web 2.0 bezieht sich weniger auf eine grundlegend neue technische Entwicklung, als auf eine veränderte Nutzung des Internets. Die eintscheidende Neuerung hierbei gegenüber dem "alten" Internet, welches auch gerne als das Web 1.0 bezeichnet wird, ist, dass es für seine Teilnehmer die Möglichkeit einer aktiven Mitgestaltung der Inhalte bietet. Aus diesem Grund spricht man auch vom sogenannten "Mitmach-Internet". In dessen Rahmen wird nun eine stetig wachsende Anzahl von Beiträgen nicht mehr von wenigen großen Anbietern, sondern von den Nutzern des
WordWideWeb selbst erstellt und thematisch untereinander über Verweise (
Trackbacks
) verbunden. Besondere Links werden mit Hilfe von Diensten im Internet für alle Benutzer einsehbar thematisch gesammelt, bewertet und mit Schlagworten versehen. Bei dieser besonderen Art der Indizierung von Inhalten des WWW spricht man auch von
Social Tagging. Auf diese Weise entsteht ein Netz untereinander verknüpfter Informationen. Weitere Angebote ermöglichen es, Web-Inhalte oder auch Internetanwendungen (Web-Mailer, Blogs, ...) fast beliebig zu neuen Informationsseiten oder Diensten zu kombinieren
Mashups
.
Die große Stärke des Web 2.0 ist sein Mitmach-Character. Benutzer arbeiten über Länder- und Sprachgrenzen hinweg für ein gemeinsames Projekt zusammen. Es entsteht ein umfangreiches aber schwer zu bewältigendes Angebot an Gemeinschaftwissen.
Die wichtigsten Anwendungen des Web 2.0 sind:
- Wiki s
- WebLog s
- Trackbacks
- Glossare
- Soziale Netzwerke
- RSS - Abonnentendienste
- Dienste zur gemeinschaftlichen Verschlagwortung - Social Tagging
- Mashups
Die im Web 2.0 präsentierten Inhalte können in vielfältiger Weise angeboten werden:
- PodCasts
- Dateien zum Download
- ViedeoCasts
- VideoStreams
- Kommentierte Linksammlungen
- einfacher Text
Der Unterschied zum Web 1.0 lässt sich an folgenden Beispielen verdeutlichen:
| Web 1.0 | => | Web 2.0 |
| Britannica Online | => | Wikipedia |
| Persönliche Webseiten | => | Blogs |
| Veröffentlichung | => | Beteiligung |
| Content Management Systeme | => | Wikis |
| Taxonomie (Verzeichnisse) | => | Folksonomy” (Tagging) |
| Feststehend (”stickiness”) | => | Zusammenwachsen (”syndication”) |
| Foren | => | Soziale Netzwerke |
Der Großteil dieser Beispiele stammen von Tim O'Reilly, einem der Schöpfer und Verfechter des Web 2.0.
Ein beseonderes Merkmal des Web 2.0 ist, dass sämtliche Dienste und Anwendungen über einen Internet-Browser angesprochen werden können. Die auf dem eigenen Rechner installierte Bürosoftware verliert zunehmend an Bedeutung, da sie Schritt für Schritt durch Internetanwendungen ersetzt wird. Dadurch entfällt der Wartungs- und Installationsaufwand für diese Art von Anwendungen. Ebenso bieten eine Vielzahl von Internetanbietern, sogenannter
ISPs auch Speicherkapazitäten auf dem Netz an. Kleine und gleichzeitig mobile Endgeräte mit eingeschränktem Funktionsumfang wie etwa
Netbooks, das
BlackBerry oder auch das
Smartphone sind auf dem Vormarsch. Grundsätzlich kann man also sagen, dass das Netzwerk zur Arbeitplattform der Benutzer geworden ist. Lokal auf dem eigenen Computer instellierte Programme werden in Zukunft immer mehr eine untergeordnete Rolle spielen werden.
Trotz der Tatsache, dass das Web 2.0 in aller Munde ist, wird es von der Vielzahl der Nutzer nur im Klassischen Sinne gebraucht. Dennoch profitieren alle von der neuen Vielfalt der Autorenschaft. Kritik an der Begriffsbildung des Web 2.0 kommt von Tim Berners-Lee, dem Begründer des WWW. Er hält den Ausdruck für einen Jargon von dem "niemand weiß, was er eigentlich bedeutet". Berners-Lee vertritt die Auffassung, dass das angeblich neue Netzverständnis des Web 2.0 nichts anderes sei als das Netzverständnis, das schon dem Web 1.0 zugrunde lag.
Web2.0-Glossar - Allgemeine Begriffserklärungen
Kritik
Immer wieder kritisch wird die fehlende inhaltliche Kontrolle der im Web 2.0 veröffentlichten Informationen erwähnt. Texte, Beschreibungen oder Nachrichten werden in der Regel weder redaktionell geprüft noch überarbeitet. Auch ist es nicht immer einfach, die für die Inhalte verantwortlichen Personen zu emitteln. Dies hat zur Folge, dass die dargestellten Informationen in vielen Fällen nicht als gesichert gelten können. Auch werden Web 2.0 Anwendungen gerne für das Mobbing und Stalking verwendet. Üble Nachrede und Verleumdungen sind keine Seltenheit. Es existieren bereits Websites auf denen man direkt über Nachbarn, Lehrer oder sontige Personen herziehen kann. Ein juristisches Vorgehen gegen solche Darstellungen ist in der Regel schwierig, da die entsprechenden Anbieter solcher Dienste oft im Ausland sitzen und die Urheber der Einträge in den meisten Fällen nur schwer zu ermitteln sind.
Positive Aspekte
Der Mangel an Kontrollmöglichkeiten des Web 2.0 hat jedoch auch viele positive Aspekte. So können sich hier Kritiker totalitärer Regime offen an der Zensur vorbei äußern, ohne in Gefahr zu sein, dabei entdeckt zu werden. Auch lassen sich auf dieser Weise Informationsbeschränkungen großer Medienkonzerne problemlos umgehen. Nachrichten und Kritiken, die für die Eigner der Konzerne, für Politiker, für Lobbyisten oder andere einflusreichen Personen unangenehme Folgen haben könnten, können so ohne Einschränkung veröffentlicht werden. Es besteht eine "relative" Freiheit der Information.
·· Mauswiesel
Kompetenz-Orientierung