Was versteht man unter Medienkonzeptentwicklung?

 

„Kein neues, höher entwickeltes Massenme­dium kann ein bereits existierendes Medium substitu­ieren. Vielmehr wird das alte zurückge­drängt auf das, was es am besten kann oder gar gezwungen, sich andere Aufga­ben und Ver­wer­tungs­ge­bie­te zu suchen.“

(Wolfgang Riepel, 1913)

   

An jeder Schule existieren heute eine Vielzahl verschiedener Medien, die auf unterschiedliche Weise häufiger oder seltener im Unterricht zum Einsatz kommen.

Darunter fällt der Einsatz der Tafel, des Overhead-Projektors oder des CD-Spielers, aber auch das Lernen mit den neuen Medien wird nicht mehr in Frage gestellt.

Im Rahmen einer solchen zunehmenden Technisierung des Unterrichts und der damit einhergehenden vielschichtigen Gestaltungsmöglich-keiten aber auch Voraussetzungen und Kompetenzen bedarf es einer strukturierten Planung eines umfassenden Medienkonzeptes.

 

Was versteht man unter Medienkonzeptentwicklung?

In ihrem Medienkonzept verschriftlicht jede Schule ihre individuelle, an ihre Voraussetzungen und an ihren Bedarf angepasste Planung des Medieneinsatzes. Diese beginnt mit einer Bestandsaufnahme und der Beschaffung und Finanzierung von Medien sowie der Vernetzung einzelner Rechner und führt über pädagogisch-didaktische Nutzungsmöglichkeiten hin zu einem Wartungs- und Supportkonzept. Dabei bezieht sich der Medienbegriff nicht ausschließlich auf elektronische oder gar die „neuen“ Medien, sondern die Definition im allgemeinen.

Das obige Schema verdeutlicht den Zusammenhang zwischen einem ausgereiften Medienkonzept und unterschiedlichen Faktoren, die darin Berücksichtigung finden müssen. Da ein Medienkonzept in einer Arbeitsgruppe erstellt wird, zählen dazu zunächst einmal Gedanken hinsichtlich des Projektmanagements. Wie leite ich die Arbeit im Team? Wie organisiere ich das Zeitmanagement? Wie gehe ich mit Konflikten innerhalb des Kollegiums um?

Mit einem Medienkonzept einhergehen des Weiteren die Aspekte Medientheorie, Mediendidaktik und Medienpraxis. Ein kompetenter Umgang mit den Medien setzt die durchdachte Problematik der Mediensozialisation voraus.

Lehrerinnen und Lehrer müssen darüber hinaus geschult werden – zum Beispiel hinsichtlich neuer Methoden und Möglichkeiten, die ihnen der Einsatz der Medien ermöglicht.

Letztendlich bedarf auch die Unterstützung bei technischen oder sonstigen Problemen, angefangen bei der Installation bis hin zur Unterrichtsgestaltung und zur Evaluation einer konsequenten Planung, um sowohl die Vorteile der Mediennutzung voll ausschöpfen zu können, aber auch mit auftretenden Schwierigkeiten zu rechnen und diese zu bewältigen.

Mit der Entwicklung eines Medienkonzeptes ermitteln die Schulen den Status quo des bisherigen Medieneinsatzes und legen den Bedarf und die Perspektive für die nächsten Jahre fest.